GOÄ-Infothek | 03.07.2020

Aktuelle Abrechnungsempfehlung der BÄK im Rahmen der COVID-19-Pandemie

Diese Abrechnungsempfehlungen sollten Sie unbedingt kennen.

Der Vorstand der Bundesärztekammer hat am 07.05.2020 gemeinsam mit den zuständigen Kostenträgern und Verbänden verschiedene Abrechnungsempfehlungen beschlossen, die Sie unbedingt kennen sollten.

Die komplette Bekanntmachung der Bundesärztekammer finden Sie hier (PDF) und die Erläuterungen dazu hier.

Wir haben das Wichtigste daraus zusammengefasst:

Bitte beachten: Nur bei den nachfolgend genannten Punkten 1., 3. und 4. handelt es sich um eine gemeinsame Abrechnungsempfehlung von BÄK, PKV-Verband und den Trägern der Kosten in Krankheits-, Pflege- und Geburtsfällen nach beamtenrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Länder sowie dem BPtK. Kostenträger wie die PBeaKK und KVB werden nicht genannt und unterstützen die Abrechnungsempfehlung eventuell nicht.

1. Erfüllung aufwändiger Hygienemaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie, je Sitzung analog Nr. 245 GOÄ, erhöhte Hygienemaßnahmen, zum 2,3-fachen Satz (14,75 €)

  • NEU: Die Abrechnungsempfehlung gilt rückwirkend vom 09.04.2020 bis zum 30.09.2020 (vormals: vom 05.05.2020 zunächst befristet bis zum 31.07.2020).
  • Ist nur bei unmittelbarem, persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt anwendbar.
  • Wird die analoge Nr. 245 angesetzt, darf in derselben Sitzung keine ärztliche Leistung aufgrund eines erhöhten Hygieneaufwands über den 2,3-fachen Gebührensatz berechnet werden – folglich hat der Arzt die Wahl.
  • Gilt nicht für stationäre Behandlungen, hier gilt die Pauschale nach §21 Abs. 6 KHG.


2. Mehrfache Berechnung der Nr. 3 GOÄ, je vollendete 10 Minuten, für längere telefonische Beratungen

Die Voraussetzung dafür ist, dass das Aufsuchen des Arztes pandemiebedingt nicht möglich bzw. zumutbar ist, eine Videokonsultation nicht durchgeführt und die Versorgung des Patienten auf andere Weise nicht gewährleistet werden kann.

Es handelt sich hier um eine Abrechnungsempfehlung der BÄK (ohne Kostenträger, Verbände), bei der die PKV jedoch für ihre Kostenerstattung die gleiche Sichtweise zugesichert hat.

  • Gilt vom 05.05.2020 zunächst befristet bis zum 31.07.2020.
  • Gilt nur für telefonische Beratungen.
  • Ist je Sitzung höchstens viermal berechnungsfähig, je vollendete 10 Minuten.
  • Eine Steigerung über den 2,3-fachen Gebührensatz aufgrund von zeitlichem Mehraufwand ist zeitgleich nicht gestattet.
  • Je Kalendermonat sind höchstens vier telefonische Beratungen berechnungsfähig.
  • Die tatsächliche Dauer des Telefonates und die Begründung zur Mehrfachberechnung sind in der Rechnung anzugeben.


3. Psychotherapeutische Leistungen – zeitlich begrenzte Ausnahmen beim Grundsatz der Abrechnungsvoraussetzung des unmittelbaren persönlichen Kontaktes zwischen Arzt und Patient

  • NEU: Gilt vom 05.05.2020 bis zum 30.09.2020 (vormals: zunächst befristet bis zum 31.07.2020).
  • In diesem Zeitraum erbrachte Leistungen können auch im Rahmen einer Videoübertragung (z. B. Videosprechstunde) erfolgen.
  • Gilt nur, sofern es sich aus Umständen im Rahmen der COVID-19-Pandemie ergibt.
  • Zur Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung sind die Leistungen nur in besonderen Ausnahmefällen und unter besonderer Beachtung der berufsrechtlichen Sorgfaltspflichten zulässig.
  • Die einzelnen Leistungen sind über die jeweilige Gebührenposition berechnungsfähig.


4. Nr. 60 GOÄ konsiliarische Erörterung – zeitlich begrenzte Ausnahme beim Grundsatz der Abrechnungsvoraussetzung

Originär gilt der Grundsatz, dass sich der liquidierende Arzt zuvor oder im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang persönlich mit dem Patienten und dessen Erkrankung befasst hat.

NEU: Verlänget bis zum 30.09.2020 (vormals: zunächst befristet bis zum 30.06.2020) ist diese persönliche Befassung mit dem Patienten auch per Videoübertragung (z. B. Videosprechstunde) möglich, sofern es sich aus Umständen im Rahmen der COVID-19-Pandemie ergibt.

In der Erläuterung zu den Abrechnungsempfehlungen wird von der BÄK für die Nr. 60 GOÄ kein Startdatum zum möglichen Zeitraum genannt. Wir empfehlen den Tag der ersten Bekanntmachung am 08.05.2020 anzunehmen.

 

Überprüfen Sie Ihre noch nicht liquidierten Leistungen auf mögliche Ergänzungen.

 

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