Die Praxis ist gut ausgelastet, die Umsätze stimmen und trotzdem ist auf dem Konto weniger Geld verfügbar als erwartet. Wie kann das sein?
Der Grund liegt häufig darin, dass Umsatz und Liquidität nicht dasselbe sind. Zwischen der erbrachten ärztlichen Leistung und dem tatsächlichen Zahlungseingang können mehrere Wochen liegen. Gleichzeitig laufen Gehälter, Miete, Leasingraten und andere Praxiskosten kontinuierlich weiter.
Für Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber lohnt es sich deshalb, nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Praxis, sondern auch die verfügbaren finanziellen Mittel im Blick zu behalten.
Die Begriffe Umsatz, Gewinn und Liquidität werden im Alltag häufig miteinander in Verbindung gebracht, beschreiben jedoch unterschiedliche Aspekte der wirtschaftlichen Situation einer Praxis.
Gerade bei privatärztlichen Leistungen wird der Unterschied deutlich: Eine Behandlung wurde durchgeführt und anschließend in Rechnung gestellt. Das Honorar steht der Praxis jedoch erst tatsächlich zur Verfügung, wenn die Rechnung bezahlt wurde. Je mehr Zeit zwischen Leistungserbringung, Rechnungsstellung und Zahlungseingang vergeht, desto länger muss die Praxis diesen Zeitraum finanziell überbrücken.
Viele Ausgaben einer Arztpraxis fallen regelmäßig und zu festen Zeitpunkten an – unabhängig davon, wann Honorare auf dem Praxiskonto eingehen.
Dazu gehören beispielsweise:
Eine Praxis kann daher grundsätzlich wirtschaftlich erfolgreich sein und dennoch vorübergehend einen erhöhten Liquiditätsbedarf haben. Entscheidend ist nicht nur, wie viel erwirtschaftet wird, sondern auch, wann das Geld tatsächlich zur Verfügung steht.
Die Ursachen müssen nicht zwangsläufig in zu niedrigen Umsätzen liegen. Häufig spielen zeitliche Verschiebungen zwischen Einnahmen und Ausgaben eine Rolle.
Ein wichtiger Bestandteil des Liquiditätsmanagements ist deshalb ein strukturiertes Forderungsmanagement.
Gerade bei der Privatabrechnung können Praxen darauf achten, den Zeitraum zwischen Behandlung und Zahlungseingang möglichst effizient zu gestalten. Dazu gehört, Leistungen zeitnah zu dokumentieren und abzurechnen, Zahlungseingänge regelmäßig zu kontrollieren und bei ausstehenden Forderungen konsequent nachzufassen.
Der Prozess lässt sich vereinfacht so darstellen:
Behandlung → Dokumentation → Rechnungsstellung → Zahlungsfrist → Zahlungseingang
Kommt es an einer dieser Stellen zu Verzögerungen, verlängert sich auch die Zeit bis zum tatsächlichen Eingang des Honorars.
Ein konsequentes Mahnwesen ist daher nicht nur eine administrative Aufgabe. Es trägt auch dazu bei, dass offene Honorarforderungen nicht unnötig lange ausstehen.
Eine gute Liquiditätsplanung beginnt damit, Transparenz über die eigenen Zahlungsströme zu schaffen. Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber sollten wissen, welche regelmäßigen Zahlungsverpflichtungen bestehen, wann größere Ausgaben anstehen und mit welchen Einnahmen zu rechnen ist.
Hilfreich können unter anderem folgende Maßnahmen sein:
Gerade in Praxen mit einem hohen Anteil privatärztlicher Leistungen kann die Organisation der Privatabrechnung Einfluss auf die Liquiditätsplanung haben.
Werden Abrechnungsdaten zeitnah verarbeitet, Rechnungen regelmäßig erstellt und offene Forderungen konsequent verfolgt, können unnötige Verzögerungen vermieden werden.
Eine Möglichkeit ist, diese Prozesse an eine privatärztliche Abrechnungsstelle auszulagern. Medas übernimmt auf Wunsch den gesamten Prozess der Privatabrechnung – von der Prüfung und Rechnungsstellung über die Patientenkommunikation und das Mahnwesen bis hin zum hauseigenen Inkasso.
Damit wird nicht nur das Praxisteam von administrativen Aufgaben entlastet. Gleichzeitig sind klare Prozesse für die Bearbeitung und Nachverfolgung der Honorarforderungen sichergestellt.
Eine weitere Möglichkeit, die finanzielle Planbarkeit zu erhöhen, ist die Vorausfinanzierung privatärztlicher Honorare.
Dabei muss die Praxis nicht bis zum tatsächlichen Zahlungseingang des Patienten warten. Das Honorar wird – abhängig vom vereinbarten Modell – bereits vorher ausgezahlt. Wann der Patient seine Rechnung innerhalb des vorgesehenen Prozesses begleicht, hat damit weniger Einfluss darauf, wann die Praxis über die entsprechenden Mittel verfügen kann.
Eine Vorfinanzierung kann daher unabhängig von einem konkreten Liquiditätsengpass interessant sein. Sie ermöglicht besser planbare Zahlungseingänge und kann beispielsweise bei Investitionen, Wachstum oder regelmäßig anfallenden Kosten zusätzliche Planungssicherheit schaffen.
Einige Fragen helfen bei einer ersten Einschätzung:
Wer diese Fragen regelmäßig beantworten kann, schafft eine gute Grundlage für eine vorausschauende finanzielle Steuerung der Praxis.
Eine gut ausgelastete Praxis und gute Umsätze sind wichtige Voraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg. Für den laufenden Praxisbetrieb ist jedoch ebenso entscheidend, dass finanzielle Mittel zum richtigen Zeitpunkt verfügbar sind.
Ein regelmäßiger Blick auf Zahlungsströme, offene Forderungen und bevorstehende Ausgaben hilft dabei, Engpässe frühzeitig zu erkennen und die finanzielle Planungssicherheit zu erhöhen.
Auch die Organisation der Privatabrechnung kann dazu einen Beitrag leisten: durch zeitnahe Rechnungsstellung, ein konsequentes Forderungsmanagement und – wenn gewünscht – die Vorausfinanzierung von Honoraren.
Sie möchten Ihre Privatabrechnung auslagern und gleichzeitig für besser planbare Zahlungseingänge sorgen? Sprechen Sie uns gerne an. Wir beraten Sie persönlich zu den Möglichkeiten der Privatabrechnung und Vorausfinanzierung mit Medas.
Valerie Zylka ist Geschäftsführerin (CEO) der Medas Factoring GmbH und verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in den Bereichen Management, Strategie, Digitalisierung, Marketing und Vertrieb.
