GOÄ-Nr. 7

Zuletzt geändert am 19.01.2011

Allgemeine Untersuchungen nach der Amtlichen Gebührenordnung - Folge 2

Wir möchten die Anforderungen, die die Amtliche Gebührenordnung an die Abrechnung von allgemeinen Untersuchungsleistungen stellt, in Erinnerung bringen.

GOÄ-Nr. 7

Vollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme: das gesamte Hautorgan, die Stütz- und Bewegungsorgane, alle Bauchorgane, der gesamte weibliche Genitaltrakt (gegebenenfalls einschließlich Nieren und ableitende Harnwege) – gegebenenfalls einschließlich Dokumentation

Bewertung  
 

 
160 Punkte
 
Faktor1,0fach9,33 €
Schwellenwert2,3fach21,45 €
Faktor3,5fach32,64 € (mit personenbezogener Begründung)

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Die Nr. 7 ist nicht berechenbar neben den Nummern 5, 6, 8, 26-29, 448, 449, 600, 601, 1203, 1204, 1228, 1240, 1400, 1401, 1414.

Die vollständige körperliche Untersuchung eines Organsystems nach Nr. 7 beinhaltet insbesondere die nachfolgenden Punkte. Folgender Leistungsumfang, bezogen auf das jeweilige Organsystem, muss zumindest erbracht worden sein:

bei dem Hautorgan:
Inspektion der gesamten Haut, Hautanhangsgebilde und sichtbare Schleimhäute, ggf. einschl. Prüfung des Dermographismus und Untersuchung mittels Glasspatel

bei den Stütz- und Bewegungsorganen:
Inspektion, Palpation und orientierende Funktionsprüfung der Gelenke und der Wirbelsäule einschl. Prüfung der Reflexe

bei den Brustorganen:
Auskultation und Perkussion von Herz und Lunge sowie Blutdruckmessung

bei den Bauchorganen:
Palpation, Perkussion und Auskultation der Bauchorgane einschl. palpatorischer Prüfung der Bruchpforten und der Nierenlager

bei dem weiblichen Genitaltrakt:
bimanuelle Untersuchung der Gebärmutter und der Adnexe, Inspektion des äußeren Genitale, der Vagina und der Portio uteri, Digitaluntersuchung des Enddarms, ggf. Palpation der Nierenlager und des Unterbauchs

Der jeweils definierte Leistungsumfang der Nr. 7 bezieht sich auf die vollständige Untersuchung mindestens eines der aufgeführten Organsysteme, so dass fakultativ auch die Untersuchung von mehr als einem Organsystem mit der einmaligen Berechnung der Nr. 7 abgegolten ist. Um eine Angemessenheit des Honorars bei einem überdurchschnittlichen Untersuchungsaufwand zu erreichen, kann der Faktor bis zum 3,5fachen Satz gesteigert werden. Erforderlich ist eine auf den Patienten bezogene Begründung: Untersuchung mehrerer Organsysteme medizinisch erforderlich, z. B.: Brust- und Bauchorgane, Brustorgane und Teile des HNO-Bereichs, Bauchorgane und teilurologische Untersuchung, etc.

Werden die durch den Vorordnungsgeber vorgegebenen Mindestbedingungen jedoch nicht erfüllt, kann nur die Nr. 5 für eine symptombezogene Untersuchung abgerechnet werden (80 Punkte).

Es sollte bezüglich des Leistungsumfanges eine entsprechende Dokumentation in den Patientenunterlagen erfolgen, um möglichen Reklamationen von Patienten oder Versicherungsunternehmen entgegnen zu können.

Für die alleinige Untersuchung der weiblichen Brust ist Nr. 5 berechenbar; erfolgt sie jedoch neben der Untersuchung des Genitaltrakts, kommt Nr. 7 zur Abrechnung; der Faktor der Nr. 7 kann dann entsprechend des patientenbezogenen Aufwandes gesteigert werden, evtl. bis zum 3,5fachen Satz.

Nr. 7 ist auch berechnungsfähig im Rahmen des Hautkrebs-Screenings, bei multiplen Naevi steigerbar bis Faktor 3,5, siehe Deutsches Ärzteblatt vom 02.10.2009.

Nr. 11 für die Digitaluntersuchung des Mastdarms und/oder Prostata kann zusätzlich zur Nr. 7. (Untersuchung der Bauchorgane) berechnet werden. Bei der vollständigen Untersuchung des Genitaltrakts ist sie jedoch enthalten und kann daher in dem Zusammenhang nicht neben Nr. 7 berechnet werden.

Nr. 800 ist für die neurologische Untersuchung neben Nr. 7 grundsätzlich berechenbar, wenn mindestens drei neurologische Untersuchungsbereiche untersucht wurden, wie Motorik, Sensibilität, Koordination, Reflexe, extrapyramidales System, Vegetativum, hirnversorgende Gefäße.
Wird die Untersuchung nach Nr. 800 zusätzlich neben der Nr. 7 (Untersuchung der Stütz- und Bewegungsorgane) vorgenommen, ist zu berücksichtigen, dass die Prüfung der Reflexe schon in der Leistungsbeschreibung nach Nr. 7 enthalten ist und somit drei andere Untersuchungsbereiche hinsichtlich des neurologischen Status gewählt werden müssen (ggf. Motorik, Sensibilität, Koordination).

Im Krankenhaus: Neben oder anstelle der Visite kann die Nr. 7 NICHT abgerechnet werden. Ist eine Untersuchung jedoch zeitlich getrennt von der Visite medizinisch erforderlich, kann die Untersuchung nach Nr. 7 unter Angabe der Uhrzeiten für beide Leistungen berechnet werden. 24 Stunden nach Aufnahme und 24 Stunden vor der Entlassung kann Nr. 7 nur berechnet werden, wenn die Leistung vom Wahlarzt in Person erbracht wurde.

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