GOÄ-Nr. 8

Zuletzt geändert am 17.01.2011

Allgemeine Untersuchungen nach der Amtlichen Gebührenordnung - Folge 3

Wir möchten die Anforderungen, die die Amtliche Gebührenordnung an die Abrechnung von allgemeinen Untersuchungsleistungen stellt, in Erinnerung bringen.

GOÄ-Nr. 8

Untersuchung zur Erhebung des Ganzkörperstatus, gegebenenfalls einschließlich Dokumentation

Bewertung  
 

 
260 Punkte
 
Faktor1,0fach15,15 €
Schwellenwert2,3fach34,86 €
Faktor3,5fach53,04 € (mit personenbezogener Begründung)

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Die Nr. 8 ist nicht berechenbar neben den Nummern 5, 6, 7, 26-29, 435, 448, 449, 600, 601, 715, 800, 801, 1203, 1204, 1228, 1240, 1400, 1401, 1414.

Die Untersuchung zur Erhebung des Ganzkörperstatus beinhaltet die Untersuchung

  • der Haut
  • der sichtbaren Schleimhäute
  • der Brustorgane
  • der Bauchorgane
  • der Stütz- und Bewegungsorgane
  • sowie eine orientierende neurologische Untersuchung.

Der Untersuchungsumfang dieser aufgeführten fünf Organsysteme wird allerdings, im Vergleich zu Nr. 6 oder Nr. 7, wo die vollständige Untersuchung eines der aufgeführten Organsysteme gefordert wird, nicht festgelegt. In der Praxis dürfte der Aufwand jedoch nicht wirklich differieren, da die Anforderungen an die Nummern 6 und 7 Mindestanforderungen darstellen und keineswegs unmäßig und daher mit dem Begriff des Ganzkörperstatus durchaus in Einklang zu bringen sind.

Werden mehr als die genannten fünf Organsysteme untersucht, so kann der Aufwand mit dem erhöhten Faktor abgegolten werden. Dies würde z. B. zutreffen auf einen zusätzlich durchgeführten (Teil-)Gefäßstatus oder Untersuchungen im HNO- oder Augen-Bereich. Ein erhöhter Faktor kann auch dann gerechtfertigt sein, wenn innerhalb des vorgegebenen Untersuchungsaufwandes besondere Schwierigkeiten in der Person des Patienten bzw. seiner Erkrankung vorgelegen haben.

Die Leistung nach Nr. 8 ist nur für diejenigen Arztgruppen abrechenbar, denen die Erhebung des Ganzkörperstatus weiterbildungsrechtlich zugeordnet werden kann. Dies ist bei folgenden Arztgruppen der Fall:

  • praktische Ärzte (Ärzte ohne Gebietsbezeichnung)
  • Allgemeinärzte
  • Internisten
  • Kinderärzte
  • Chirurgen

Für Ärzte mit anderen Gebietsbezeichnungen ist die Nr. 8 nur berechenbar im Rahmen eines Notfalleinsatzes außerhalb ihres Fachgebietes; die Notwendigkeit eines Ganzkörperstatus sei jedoch im Rahmen des Notfalldienstes auf wenige Ausnahmesituationen beschränkt.

Eine Indikation zur Erhebung des Ganzkörperstatus besteht z.B. bei der Erstuntersuchung eines Patienten und zum Ausschluss einer systemischen Erkrankung.

Die eingehende neurologische Untersuchung nach Nr. 800 ist nicht neben Nr. 8 berechenbar, da hier teilweise eine Leistungsüberschneidung vorliegt. Von daher ist es für den Arzt günstiger, die Nr. 7 plus Nr. 800 abzurechnen, statt der Nr. 8 - unter der Voraussetzung, dass der Leistungsumfang vollständig erbracht wurde.

Nr. 11 für die rektale Untersuchung sowie auch weitere spezifische Untersuchungen, wie die Nr. 825 (Geruchs-/Geschmacksprüfung) oder Nr. 826 (neurologische Gleichgewichts- und Koordinationsprüfung) sind neben Nr. 8 berechenbar.

Abzugrenzen ist der Ganzkörperstatus von den präventiven Untersuchungen nach den Nummern 26, 27, 28 und 29, die nicht neben Nr. 8 berechnet werden können.

Als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) bei gesetzlich versicherten Patienten kann diese Leistung auf Wunsch erbracht werden, z. B. im Zusammenhang mit ärztlichen Untersuchungen für die Ausstellung von Gesundheitszeugnissen, Erstellung von Gutachten etc.. Ein Generalcheck ist nach Nr. 29, die Berufseingangsuntersuchung außerhalb des Jugendarbeitsschutzgesetzes mit Nr. 32 analog berechenbar.

Im Krankenhaus:
Neben oder anstelle der Visite kann die Nr. 8 NICHT abgerechnet werden. Ist eine Untersuchung jedoch zeitlich getrennt von der Visite medizinisch erforderlich, kann die Untersuchung nach Nr. 8 unter Angabe der Uhrzeiten berechnet werden.

24 Stunden nach Aufnahme und 24 Stunden vor der Entlassung kann Nr. 8 nur berechnet werden, wenn die Leistung vom Wahlarzt in Person erbracht wurde.

Im Rahmen von Hausbesuchen:
Untersuchungsleistungen (mit Ausnahme der Nr. 5) können im Rahmen von Hausbesuchen zusätzlich zur Nr. 50 abgerechnet werden, wenn die Leistungslegende erfüllt ist. In der Nr. 50 ist lediglich eine symptombezogene Untersuchung nach Nr. 5 enthalten.

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