GOÄ-Ziffer 60 - konsiliarische Erörterung

Zuletzt geändert am 15.07.2008

Ziffer 60 Konsiliarische Erörterung zwischen zwei oder mehr liquidationsberechtigten Ärzten, für jeden Arzt

bewertet mit 120 Punkten

1,0fach 6,99 €
2,3fach 16,09 €

 

Wer kann ein Konsilium abrechnen?

Jeder liquidationsberechtigte Arzt, der sich in unmittelbarem Zusammenhang in persönlichem Kontakt mit einem Patienten und seiner Erkrankung befasst hat. Es dient der Besprechung des weiteren diagnostischen und/oder therapeutischen Vorgehens.

Allerdings ist die Ziffer 60 nicht berechenbar, wenn die beteiligten Ärzte Mitglieder derselben Gemeinschaftspraxis oder Praxisgemeinschaft von Ärzten gleicher oderähnlicher Fachrichtung sind (praktischer Arzt - Allgemeinarzt - Internist).

Ist eine Erörterung auch zwischen einem liquidationsberechtigten Arzt und einem ständigen persönlichen ärztlichen Vertreter eines liquidationsberechtigten Arztes berechenbar?

Im stationären Bereich wird das Konsilium in der Regel mit dem behandelnden Chefarzt erfolgen. Aber auch das Gespräch mit dem ständigen ärztlichen Vertreter des Wahlarztes, in der Regel der Oberarzt, ist hier berechenbar. Dazu können Gespräche zur Abklärung der Notwendigkeit einer stationären Behandlung oder zur Abstimmung der Nachbehandlung nach Entlassung gehören.

Im zeitlichen Zusammenhang mit einer Visite ist jedoch eine Nebeneinanderberechnung mit dem Konsilium ausgeschlossen. Es empfiehlt sich, hier auf die niedriger bewertete Ziffer 45 für die Visite zu verzichten. Der niedergelassene Arzt kann das Gespräch mit der Urlaubsvertretung eines anderen niedergelassenen Arztes entsprechend abrechnen.

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Welchen Umfang muss das Konsil haben?

Die Amtliche Gebührenordnung enthält keine Zeitvorgabe, damit ist auch eine kurze Erörterung mit einem anderen Arzt berechenbar. Allerdings ist ein Befundaustausch oder eine Erkundigung nach den Umständen keine konsiliarische Leistung nach Ziffer 60.

Wie oft kann ein Konsilium abgerechnet werden?

Jeder Arzt, der an dem Konsilium teilnimmt, kann die Ziffer 60 abrechnen, ggf. auch mehrfach täglich. Wenn ein Arzt in Folge mit mehreren Ärzten gesprochen hat (z. B. Gynäkologe > Chirurg, Gynäkologe > Internist und ggf. noch einmal Gynäkologe > Chirurg), kann eine jeweilige Berechnung der Ziffer 60 sowohl durch ihn, als auch durch den/die beteiligten Arzt/Ärzte erfolgen. Ob ein persönliches Befassen nun anlässlich eines Hausbesuches oder in einer Notfallambulanz stattfindet, bzw. mit dem Arzt, welcher am Wochenende Notdienst hatte, persönlich oder telefonisch, ist dabei unerheblich.

Voraussetzung zur Abrechnung ist jedoch, dass ein "persönliches Befassen" mit der Person des Patienten einhergeht. Somit darf z. B. der Laborarzt oder Pathologe bei einem Telefonat mit dem Haus- oder Facharzt das Konsilium nicht abrechnen, jedoch der Haus- oder Facharzt. Auch bei der Betreuung auf der Intensivstation darf der Arzt, welcher die Ziffer 435 (stationäre intensiv-med. Betreuung) abrechnet, nicht das Konsil in Rechnung stellen, jedoch der/die anderen ärztlichen Konsilteilnehmer.Routinemäßige Operationsvorgespräche zwischen Operateur und Anästhesist können nicht mit Ziffer 60 abgerechnet werden; liegen hier jedoch patientenspezifische Besonderheiten vor, ist das Gespräch berechenbar (Dokumentation der Besonderheiten).

WICHTIG

Es ist ratsam, das Konsilium mit Name des Konsilpartners, Datum, Uhrzeit und einigen Stichworten über den Anlass, also die medizinische Notwendigkeit, zu dokumentieren.
Es empfiehlt sich, dies bereits in der Rechnung stichpunktartig anzugeben, um somit unnötige Anfragen von Versicherungen zu vermeiden.

Wird das Konsil zur Unzeit erbracht, sind die Zuschläge E, F, G, H von jedem Arzt, der die Leistung nach Ziffer 60 erbringt, zusätzlich berechenbar. Damit sind die Zuschläge bei zu verschiedenen Uhrzeiten erbrachten Konsilen auch entsprechend mehrfach berechenbar. Auch hier ist wichtig, dass die Uhrzeiten dokumentiert werden.

Die Ziffer 75 für den ausführlichen Krankheits- und Befundbericht kann zusätzlich berechnet werden, sofern der Arztbrief des zur Konsiliaruntersuchung herangezogenen Facharztes ausführlich über das Ergebnis einer eingehenden klinischen Untersuchung unter umfassender Beurteilung des Krankheitsgeschehens aus fachärztlicher Sicht berichtet.

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